Nordrhein-Westfalen, ohne Regierung …

Kirgisistan, ohne Regierung …

Huch, jetzt habe ich als fetter, satter Westeuropäer sogar die Nach-, und Lässigkeit das Bildmaterial zu vertauschen. Ich bin unmöglich und kann mich selbst nicht ausstehen. Soviel zu mir, aber die Frage die die beiden Bilder nebeneinander stellen, bleibt: Sind wir als Westeuropäer einfach zu satt? Zu fett? Bevor die überschlauen Freizeit-Politologen “Veto” flöten; Nein, ich weiß das beide Länder über kommissarische Regierungen verfügen. Aber in meiner Strasse brannte noch kein Auto, noch sind mir Berichte bekannt das irgendwo anders in NRW Autos von wütenden Demonstranten angezündet wurden. Vielmehr sehe ich eine Frau die am Ende ihres politischen Schaffens (und am Anfang ihrer Wechseljahre) sich nun so kurz vor der “Endlösung” wähnt, dass sie mit aller ihr zur Verfügung stehenden Macht ihr Ziel, Ministerpräsidentin zu werden, durchdrücken will.
Koste es, was es wolle. Und sei es auch eine Regierung oder die Würde ihres Auftrags des Volkes dies zu vertreten.
Machterhalt ist alles, Kollateralschäden sind nichts. Koste es, was es wolle.
An dieser Stelle, und das Orchester spiele doch vorher bitte zu einen kurzen Tusch auf -danke- rotten sich besagte Freizeit-Politologen unisono mit der zweiten Garde, am Tresen sitzender, lokaler Kommunalpolitiker und einiger zufällig anwesender, betrunkener Fussballfans zusammen und erklären mir ungefragt das das, also genau das was ich da oben anklage doch genau das sei, was ich ja bei der letzten Wahl gewählt habe. Ich staune, weil … stimmt gar nicht. Habe ich nämlich gar nicht gewählt. Hätte es bei Wahlen auf Landes- oder Bundesebene ein Kästchen gegeben für “eine stabile Regierung, die uns besonnen durch die schlimmste Finanzkrise seid 80 Jahren führt, ohne dabei Vorteile für schützengräberische Scharmützel zum eigenen Machterhalt und Seilschaften” (also, im Parteijargon, um den hier mal in diesem deklarativen Ausnahmezustand zu berufen, da manche ja offensichtlich ohne Parteien, Vereine und damit verbundene Ämter und vor allem Abkürzungen nicht leben können: Die ESRDUBDDSFSAJFODVFSSZEMUS!) gäbe, hätte ich mein Kreuz mit Blut oder auch allen anderen, mir zu Verfügung stehenden Körperflüssigkeiten, gemacht. Und ich wäre damit nicht allein gewesen, in meinem Wahllokal wäre es zugegangen wie in einer Samenbank vor der The Prodigy eine Messe mit Acid-Mundkommunion zelebriert hätten. Stattdessen durften wir, die Wähler, zwischen Äpfel und Birnen wählen. (Deswegen habe ich Erdnüsse gewählt!) Äpfel und Birnen kamen durch Volkes Willen auch an die Macht, wie gehabt, aber Volkes Wille wurde sogleich Zeuge wie aus prall-roten Äpfeln und saftigen Birnen schnell rotten Food wurde. Früher dauerte die rotten Food-Erkenntnis noch gerne mal eine halbe Legislatur-Periode, heute ärgert man sich schon über seine, abgegebene(!) Stimme bei der Berichterstattung über die Koalitionsgespräche.
Was NRW angeht: Koste es was es wolle, mit aller Kraft voraus. Nur stehe ich nicht am Wegesrand und winke, zum Defilee, mit Fähnchen. Auch wenn NRW derzeit nur Fähnchen kann.
Das M
Gewidmet dem Bernd, dem grössten Fan dieses Blogs.
Ich hoffe soviel “M” versöhnt wieder mit dem vorschnellen, verwirrten “Schlußtrug”.